48 Stunden in Hampi: Perfekter Reiseplan mit Highlights und Tipps
Hampi, ein kleines Dorf im südindischen Bundesstaat Karnataka, steht bei vielen Indienreisenden ganz oben auf der Liste. Dafür gibt es zwei Gründe.
Die Landschaft aus riesigen Granitfelsen, durchzogen vom Fluss Tungabhadra, ist außergewöhnlich fotogen.
Dazu kommen die Ruinen aus der Zeit, als Hampi Hauptstadt des mächtigen Vijayanagara-Reiches war. Für alle, die sich für Geschichte interessieren, ist das ein ideales Reiseziel.
Hunderte Felsbrocken und zahlreiche Hindu-Tempel aus dem 14. Jahrhundert prägen das Bild. Deshalb wird Hampi oft „Poesie in Stein“ genannt.
Auf unserer Reise durch Karnataka wollten wir dieses UNESCO-Welterbe unbedingt sehen und haben uns zwei Tage dafür genommen.
Ehrlich gesagt sind zwei Tage für die einstige Königsstadt etwas knapp. Mit guter Planung lässt sich trotzdem viel schaffen.
So sah unsere zweitägige Route durch Hampi aus.
Hampi in 2 Tagen
48 Stunden in Hampi auf einen Blick
Folge Soumya Gayatris zweitägiger Route durch Hampi: Tempel und der Fluss Tungabhadra am ersten Tag, dann der Steinwagen und die königlichen Bauten am zweiten Tag.
Tag 1: Tempel und Fluss
- Vormittag: Virupaksha-Tempel und Hampi Bazaar.
- Auf dem Hügel: die Tempelgruppe von Hemakuta.
- Skulpturen: die Ganesha-Statuen Sasivekalu und Kadalekalu.
- Mittag: Pause zum Essen und Trinken.
- Nachmittag: die Reliefs des Krishna-Tempels.
- Optionaler Abschluss: eine Fahrt im Rundboot (Coracle) auf dem Tungabhadra, abhängig vom Betrieb vor Ort und vom Wasserstand.
Tag 2: Steinwagen und königliche Bauten
- Vormittag: Vijaya-Vittala-Tempel mit dem Steinwagen.
- Nach dem Mittagessen: unterirdischer Shiva-Tempel, sofern zugänglich.
- Königsbezirk: Mahanavami Dibba und das Stufenbecken.
- Architektur: Queen’s Bath.
- Nächster Halt: Lotus Mahal.
- Letzter Halt: Elefantenställe.
Denk an die Hitze: Nimm Wasser, Sonnencreme und einen Hut mit. Plane Pausen zwischen den schattenlosen Stätten ein.
Tag 1
Vormittag: Virupaksha-Tempel und Hampi Bazaar
Wir begannen den Tag mit einem Besuch des Virupaksha-Tempels, der zusammen mit dem Hampi Bazaar das Herz des Ortes bildet.
Der Virupaksha-Tempel entstand im 7. Jahrhundert, seine heutige Form erhielt er im 14. und 15. Jahrhundert. Er ist bis heute ein aktiver Tempel, in dem täglich der Hindu-Gott Shiva verehrt wird.
Besonders sind vor allem die Wände und Decken. Sie sind mit farbenfrohen, teils sehr gut erhaltenen Wandmalereien bedeckt.
Bei unserem Besuch lebte auf dem Tempelgelände sogar eine Elefantin. Tief im Inneren gibt es außerdem eine Stelle, an der du einen umgekehrten Schatten des Eingangstors siehst.
Kein Wunder, dass der Tempel bei Einheimischen und Reisenden gleichermaßen beliebt ist. Auf dem Weg dorthin kannst du dir zu beiden Seiten den Hampi Bazaar ansehen.
Bei unserem Besuch standen die alten Säulenhallen in starkem Kontrast zu den kleinen, modernen Läden direkt daneben. Spannend ist die Vorstellung, dass hier vor 600 Jahren ein blühender Markt lag.

Die Tempelgruppe von Hemakuta
Vom Virupaksha-Tempel ging es direkt hinauf zur Tempelgruppe auf dem Hemakuta-Hügel dahinter.
Die Hemakuta-Tempel sind kleiner, aber eigenständig. Ihre Architektur unterscheidet sich deutlich vom dravidischen Stil der übrigen Tempel in der Region.
Sie erinnern eher an die Jain-Tempel Nordindiens. Eine überraschende Verbindung.
Mit mehr als 35 Schreinen ist der Hemakuta-Hügel ein eindrucksvoller Anblick. Wir haben hier über eine Stunde verbracht und viele davon erkundet.
Insider-Tipp: Auf dem Hemakuta-Hügel findest du viele Felsen und Säulenhallen (Mandapas), die sich gut als Fotomotiv eignen.

Die Ganesha-Statuen von Hampi
In Hampi solltest du auch den beiden Ganesha-Statuen einen Besuch abstatten. Ganesha ist im Hinduismus der Gott der Weisheit.
Gemeint sind Sasivekalu Ganesha und Kadalekalu Ganesha. Beide sind riesige, aus einem einzigen Stein gehauene Figuren, die Besucher von nah und fern anziehen.
Sasivekalu Ganesha steht direkt hinter den Hemakuta-Tempeln und ist bequem zu Fuß erreichbar.
Kadalekalu Ganesha liegt ein paar Minuten entfernt und ist per Tuk-Tuk oder Fahrrad schnell erreicht.
Mittagessen
Nach den Ganesha-Statuen waren wir hungrig und legten eine Mittagspause ein.
Unsere Wahl fiel auf das Mango Tree, damals direkt hinter dem alten Hampi Bazaar gelegen und eines der bekanntesten Restaurants im Ort.
Die Karte ist abwechslungsreich und bietet neben indischen Gerichten auch einige westliche Optionen.
Unbedingt probieren solltest du einen der frisch gepressten Fruchtsäfte. Sie schmecken hervorragend und sind in der Hitze genau das Richtige.
Nachmittag: Krishna-Tempel
Nach dem Essen und etwas Erholung auf den bequemen Matten des Mango Tree ging es weiter zum reich verzierten Krishna-Tempel, einem der heiligsten Schreine Hampis.
König Krishnadevaraya aus dem Vijayanagara-Reich ließ den Tempel bauen, um seinen Sieg über das östliche Königreich Odisha zu feiern.
Hierher kommen nur wenige Besucher. Gut möglich, dass du den Tempel ganz für dich allein hast.
Schau nach oben: Die Wände erzählen in Reliefs ganze Geschichten. Türme und Säulen zeigen Krieger, Elefanten, Pferde und Tänzerinnen.
Für Fotografinnen und Fotografen ist das ein Traumort. Wir haben die Architektur lange bewundert und unzählige Bilder gemacht, bevor es zum abenteuerlichsten Teil der Reise ging: einer Fahrt im Rundboot.
Rundbootfahrt auf dem Tungabhadra
Schon mal von einem Coracle gehört?
So heißen die runden Boote, mit denen früher Menschen über Flüsse gebracht wurden. In Hampi kannst du mit einem solchen Rundboot auf dem Tungabhadra fahren.
Bei unserem Besuch gab es Fahrten von 30 und 60 Minuten. Unterwegs siehst du viele Tempel, die in die Felsen am Ufer gehauen wurden.
An einigen Stellen führen Stufen hinauf, über die du die Tempel aus der Nähe ansehen kannst. Höhepunkt der Fahrt ist die Passage unter einem Felsen, wo es spürbar kühler ist.
„Die Klimaanlage der Natur“, sagte unser Guide. Ein Bootsführer bringt dich bis zum Ende der Strecke und wieder zurück.
Zum Schluss dreht er das Boot auf Wunsch im Kreis. Wenn dir dabei schnell schwindelig wird, sag lieber Nein. Für mich war diese Drehung einer der schönsten Momente der Reise.
Die Boote legen neben dem Kodanda-Rama-Tempel hinter dem Hampi Bazaar ab. Bei unserem Besuch fuhren sie täglich von 6 bis 18 Uhr.
Insider-Tipp: Fahr am frühen Morgen oder in der Abenddämmerung, dann ist die Hitze erträglicher.

So sah unser erster Tag in Hampi aus. Nach einem vollen, spannenden Tag zwischen Tempeln aus dem 14. Jahrhundert und der Felslandschaft fielen wir im Hotel müde ins Bett.
Die Vorfreude auf den nächsten Tag war groß.
Tag 2
Vormittag: Vijaya-Vittala-Tempel und die musikalischen Säulen
Am nächsten Morgen war ich voller Erwartung. Auf dem Plan stand der Vijaya-Vittala-Tempel, eines der bekanntesten Zeugnisse des Vijayanagara-Reiches.
Gebetet wird hier nicht mehr. Der Tempel ist aber gut erhalten und zeigt kunstvolle Reliefs, 56 Säulen, die beim Anschlagen Töne erzeugen, und einen reich verzierten Wagen aus Stein.
Vorbild für den Steinwagen soll der Sonnentempel von Konark gewesen sein, ein weiteres UNESCO-Welterbe im Osten Indiens.
Schau genau unter das Dach des Wagens, dort sind Reste farbiger Malereien aus der Zeit vor rund 700 Jahren zu sehen. Die musikalischen Säulen kamen früher bei besonderen Staatsanlässen zum Einsatz.
Wie es geklungen haben muss, als alle zusammen erklangen, kann man sich nur vorstellen. Auf dem staubigen Weg hinter dem Tempel entdeckst du Säulenhallen in verschiedenen Größen.
Schau dir unbedingt auch die Überreste der Königswaage an. Hier wurde der König einst mit Gold aufgewogen, das danach an die Armen ging.
Dieser Spaziergang hat mich in eine ganz andere Zeit versetzt.
Insider-Tipp: Nimm dir einen lokalen Guide. Er zeigt dir die Malereien am Steinwagen und erklärt die musikalischen Säulen. Bewahre außerdem dein Eintrittsticket auf, es gilt am selben Tag auch für den Zenana-Bezirk mit dem Lotus Mahal und die Elefantenställe.

Später Vormittag und Nachmittag: der unterirdische Shiva-Tempel
Nach dem Vittala-Tempel empfehle ich ein frühes Mittagessen. Danach geht es Richtung Süden zum unterirdischen Shiva-Tempel, einem ungewöhnlichen Bauwerk im Ensemble von Hampi.
Ungewöhnlich deshalb, weil der Tempel mehrere Meter unter dem Bodenniveau liegt und sich in jeder Regenzeit mit Wasser füllt.
Warum er so gebaut wurde, weiß niemand genau. Vermutet wird, dass die Königsfamilie hier private Zeremonien abhielt, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren.
Ziemlich rätselhaft, oder?
Von diesem besonderen Schrein ging es direkt weiter zum Königsbezirk.
Viele glauben, in Hampi drehe sich alles um Tempel.
Das stimmt so nicht.
Ebenso sehenswert sind die königlichen Bauten: Paläste, öffentliche Gebäude, Pavillons und Ställe. Plane dafür mindestens einen halben Tag ein.
Der Königsbezirk
Der Königsbezirk war das Machtzentrum des Vijayanagara-Reiches. Hier fielen viele wichtige Entscheidungen.
Anders als die Tempel ist die Architektur hier nicht rein dravidisch. Überall zeigen sich islamische Einflüsse.
Im Königsbezirk siehst du die Mahanavami Dibba, eine erhöhte Plattform für Feste und Feierlichkeiten. Dazu kommen ein Aquädukt, ein Stufenbrunnen und sogar eine unterirdische Kammer, in der sich der König vor seinen Feinden versteckte.
Queen’s Bath
Direkt vor dem Eingang zum Königsbezirk liegt das Queen’s Bath, ein großes Badehaus für die Frauen der Königsfamilie.
Von außen wirkt es unscheinbar. Erst drinnen wird klar, wie viel Arbeit in die Gestaltung des Innenraums geflossen ist.
Mit seinen Bögen und Balkonen mit durchbrochenen Steingittern (Jali) ist das Queen’s Bath ein anschauliches Beispiel indo-islamischer Architektur.
Wenn du genau hinsiehst, entdeckst du unter den Bögen noch Reste von Fresken.
Lotus Mahal
Vom Königsbezirk sind es zu Fuß nur etwa 10 Minuten bis zum Zenana-Bezirk, dem einstigen Bereich der Frauen.
Einige Bauten im Zenana-Bezirk verdienen besondere Erwähnung. Einer davon ist der Lotus Mahal.
Hier trafen sich die Frauen des Hofes. Seinen Namen verdankt der Pavillon den Bögen und Kuppeln, die an eine halb geöffnete Lotusblüte erinnern.
Mit dieser Form ist der Lotus Mahal ein dankbares Fotomotiv. Da hier wenig los ist, hast du das Bauwerk oft für einen Moment ganz für dich.

Elefantenställe
Nach den Fotos am Lotus Mahal gingen wir ein paar Meter weiter zu den königlichen Elefantenställen.
Die Ställe gelten als eines der bedeutendsten Beispiele indo-islamischer Architektur. Deshalb gehören sie auf jede Hampi-Route.
Gewöhnliche Ställe sind das nicht. Es ist ein eindrucksvolles Bauwerk, das der Bedeutung der königlichen Tiere gerecht wird.
Das Gebäude hat die Jahrhunderte kaum beschädigt überstanden und ist nahezu vollständig erhalten. Jede Stallkammer hat eine hohe Kuppel und einen gewölbten Durchgang.
Einige Kuppeln sind miteinander verbunden. Viele haben kleine Rückzugsräume für die Mahuts, die Elefantenführer.
Etwa in der Mitte des Gebäudes siehst du eine Treppe, die aufs Dach führt. Die Elefantenställe waren der letzte Halt unserer zweitägigen Route durch Hampi.
Nach einem erfüllten Tag zwischen den Überresten des Vijayanagara-Reiches gönnten wir uns noch einmal einen frischen Saft im Mango Tree.
Beim Durchsehen meiner Fotos wurde mir klar, wie vielseitig diese Tour gewesen war. Wir hatten so viel gesehen und doch blieb so viel übrig.
Ich muss auf jeden Fall wiederkommen.

Beste Reisezeit für Hampi
Hampi liegt in den Tropen und hat sehr heiße Sommer. Dazu liegen die meisten Ruinen unter freiem Himmel.
Felsiges Gelände und kaum Bäume machen die Hitze selbst in der Nebensaison schnell unerträglich.
Ideal sind daher die Wintermonate Dezember und Januar. Für Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz passt das gut zu den Weihnachtsferien, dann sind allerdings auch viele indische Urlauber unterwegs.
November und Februar sind ebenfalls machbar. Nimm dann aber reichlich Wasser, Sonnencreme und einen Hut mit.
Wo übernachten in Hampi?
Bei unserem Besuch gab es in Hampi zwei Hauptgebiete für Unterkünfte.
Rund um den Hampi Bazaar findest du Gästehäuser und Homestays, überwiegend im einfachen Preissegment. In diesem Bereich werden weder Fleisch noch Alkohol serviert.
Das zweite Gebiet liegt auf dem gegenüberliegenden Ufer des Tungabhadra und ist als „Hippie Island“ bekannt. Dort gab es Fleisch und Alkohol. Prüfe vor der Buchung, welche Unterkünfte dort aktuell geöffnet sind.
Wenn du mit Familie reist oder mehr Komfort suchst, lohnt sich ein Blick auf Hotels in den Nachbarorten Hosapete (früher Hospet) und Kamalapura.
Dort gibt es ordentliche Hotels für jedes Budget, dazu viele Läden und Restaurants.
Anreise aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
Das wichtigste Drehkreuz für Hampi ist Bengaluru (BLR). Ab Frankfurt fliegt Lufthansa nonstop dorthin, ab München, Wien und Zürich reist du in der Regel mit einem Umstieg, etwa in Frankfurt, am Golf oder in Istanbul.
Von Bengaluru fährt der Hampi Express über Nacht nach Hosapete. Mit dem Auto sind es rund 340 km, für die du sechs bis sieben Stunden einplanen solltest.
Für die Einreise nach Indien brauchen Staatsangehörige aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Visum. Das e-Visum beantragst du online über das offizielle Portal der indischen Regierung.
Prüfe die aktuellen Einreisebestimmungen vor der Reise beim Auswärtigen Amt, beim österreichischen Außenministerium (BMEIA) oder beim Schweizer EDA.
Wie komme ich nach Hampi?
Hampi erreichst du per Straße, Bahn oder Flugzeug. Der nächste Bahnhof liegt in Hosapete, etwa 13 km entfernt. Vom Bahnhof geht es weiter per Taxi oder Tuk-Tuk.
Der nächstgelegene Inlandsflughafen ist Vidyanagar (VDY) im Distrikt Ballari, rund 40 km von Hampi entfernt und mit nur wenigen Verbindungen. Vom Flughafen fährst du per Taxi weiter. Viele indische Reisende kommen am Wochenende auch mit dem Auto aus Bengaluru.